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„Der Besuch“

Mitten in einer schrecklichen auf Wasser gebauten Welt bestehend aus Unterschieden, falschen Wertvorstellungen und unermesslichem Leid, stand eine Insel der Zuflucht für alle Wesen dieser Welt, auf saftiger Erde, unverrückbar und wahrhaftig, in ihrem Grunde verbunden mit dem Ursprung aller Lebewesen und Welten. Vor ihren Ufern wogten die schrecklichen Meere der Grausamkeit, seine Bewohner waren finstere Wesen, von Dämonen besessen, ihr Atem aus dem Mund (Sprache) war ständig übelriechend, ihre Wurzeln (Sinne) waren finster und stumpf, sie waren ohne Gleichgewicht und hilflos den Wogen (Launen) ihres Meeres ausgesetzt. Dort wo ab und zu Land aus dem Wasser ragte und eine Insel sich bildete, stieg stinkender Rauch auf und berstende Flammen erfüllten die vier Seiten. Aus allen Löchern dieser stinkenden Erde krochen giftige und von den Flammen versengte Wesen hervor, sie sprangen hastig auf und ab, andere dabei verletzend, selbst gequält von Durst, Hunger und Hitze. Andere Dämonen, hoch gewachsen und mit enormen Hodensack, rissen sich gegenseitig das Fleisch vom Leibe und ihr Platz stank von Exkrementen und Urin, alle diese unreinen Dinge flossen dort in Mengen umher, mittendrin diese schrecklichen Gestalten, umgeben von stinkenden Kadavern. Sie packten sich  gegenseitig, warfen sich auf den Boden daß sie vor Schmerz ihre Stimmen verloren und ihr Atem stockte, sie quälten sich gegenseitig, tranken das Blut und verschlangen das Fleisch der anderen.

 

 

Eines Tages ward ein düst`res Schiff an die Ufer der Insel getrieben, streng beobachtet von den wachenden Engeln glitt es auf dem Wasser näher. Seine Insaßen waren vier Wesen aus der Welt des Leids. Von weitem konnte man ihre finst`ren Grimassen erkennen, die Mundwinkel nach unten gezogen, Zähne fletschend, die Brauen halb über ihre Augen gewölbt. Sie näherten sich bis knapp vor den Rand ihres Meeres, beißender Gestank erfüllte sogleich die Luft des Ufers. Sie befahlen dem Engel der am nächsten stand, ihnen Einlaß zu gewähren.

 

Es sprach der Engel: „Aus welchem Grunde wollt ihr Einlaß? Hier ist nur willkommen wer versteht seine Hülle abzulegen, seinen Kummer und sein Leid vor unseren Ufern und den Toren uns`rer Stadt zu lassen.“

Eines dieser Wesen war ein hoch gewachsenes, von der Art der Goblins, mit langen Beinen, auf dem schmalen Schultern ein großes hässliches Gesicht, eine dicke Brille auf der schiefen Nase, wie durch zwei Lupen starrend, mit quietschender Stimme die in den Ohren schmerzte. Es trat vor den Engel und sprach: „Nicht lange Reden oder Worte wollen wir mit euch tauschen oder euch um etwas bitten. Einlaß befehlen wir euch! Begutachten müssen wir eure Insel! Sie paßt nicht in unsere Vorstellung und stellt eine Bedrohung für uns`re Welt des Chaos dar. Wir haben gehört, daß ihr euch weigert die Unterschiede zwischen den Wesen anzuerkennen, ihr behandelt alle gleich, auch wenn etwas weniger wertvoll ist als and`res! Ihr beleidigt damit diejenigen, die besser sind als jene und ihr wollt nicht glauben, daß die schwachen Wesen dafür geschaffen sind um den starken und mächtigen zu dienen und ihr Leben, Blut und Fleisch für sie zu opfern. Einlaß befehlen wir euch! Jetzt sofort! Wir müssen uns ein Bild davon machen, diese Welt gehört von uns überprüft, danach entweder genehmigt oder verboten! Wir haben dies zu entscheiden, denn wir sind die Herrscher uns`rer Meere und der Welt, ihr habt uns zu gehorchen!“

Sprach der Engel: „So legt ab eure Hüllen und einen Blick auf unsere Insel könnt ihr werfen, dies sei euch erlaubt.“

Sprach der Goblin: „Betreten werden wir die Insel, doch unsere Hüllen behalten wir an! Wir zwingen euch und drohen euch mit Krieg, solltet ihr uns abweisen! So laßt uns herein und ihr werdet schon sehen wie wir entscheiden!“

Des Friedens willen gehorchte der wachsame Engel, wich zurück und erlaubte es den vier finst`ren Gesellen die Insel zu betreten. Für einen Moment glaubte er sogar, diesen Wesen Gutes damit zu tun indem er sie einließ, denn er war sich sicher, daß ihre geschund`nen und abscheulichen Körper in ihrem Inneren Gutes verbargen. Er schenkte ihnen sein Vertrauen und trat zur Seite.

 

 

Hastig stolperten die vier Wesen aus ihrem Boot, dem Ufer entlang, direkt auf das Innere der Insel und den Toren der Stadt zu. Allen voran strebte das große dürre Wesen, der Goblin, die Lupen vor den winzigen Augen, hastig nach Fehlern und Unterschieden in allen Ecken forschend und unter die Hütten der Inselbewohner kriechend. Ihm folgte das zweite Wesen, von kleiner und gedrungener Statur, mit schrecklichen flammenden Augen aber eiskaltem Blick, einem Minotauren sehr ähnlich, aber haarlos und fast nackt mit riesigen Hoden und wuchtigen Gebärden. Seine Stimme war tief, laut und mächtig. Große Fußspuren hinterlies sein schwerer Körper und tiefe Furchen zogen die am Boden schleifenden Hoden im Sand. Diese beiden waren die Anführer, dicht gefolgt wurden sie von zwei kleinen, buckeligen Wesen, welche ihnen geduckt und ängstlich folgten. Sie sahen weit weniger schrecklich aus als ihre beiden Vorgesetzten, waren jedoch noch im Wachstum begriffen, unfertig und in Ausbildung. Stifte in der Hand und Mappen mit Zetteln, in denen sie jedes Wort und jeden Eindruck festhielten, zappelten sie nervös hin und her. Doch ihre Augen waren blind gegen die Schönheit der Insel, da sie ihre Hüllen am Eingang nicht abgelegt hatten, konnten sie durch die Pforten ihrer verwesenden Körper nichts von dem Schönen erkennen. Stattdessen taten sie was sie immer machten, sie urinierten in Ecken, pflanzten Samen von Angst und Schrecken, benahmen sich dämlich, hüpften auf und ab und ihre Mäuler stießen schreckliche Laute dabei aus. Ständig gaben sie Unheil stiftende und entzweiende Dinge von sich um die friedlichen Einwohner der Insel zu verunsichern und ihnen einzuschüchtern. In seinem unbändigen Zorn verletzte der Minotaur gar einen Engel, hob ihn empor und warf ihn auf den Boden daß ihm die Luft versiegte. Ein weiterer wurde von den um sich wirbelnden Armen des Goblins wie von Peitschen getroffen. Angeschlagen eilte er hinfort in Schmerzen, den Erwachten zu holen um diesem Treiben wieder Einhalt zu gebieten.

 

Eine Geschichte von Roman Pellegrini

 

 

Um das Bild sehen zu können,

verwenden Sie als Farbe Phantasie

und malen es mit einem Einfallspinsel

in Ihrem Kopf!

1. Bild: Das Meer

Doch auf der Insel war es friedlich. Ihre steilen Ufer wurden von erhabenen Wesen und Engeln bewacht, von strengen Kontrollen beherrscht mußte dort jedes Wesen bei seiner Ankunft erst seine unreinen Hüllen ablegen, bevor es diese Insel betreten durften. Auf der Insel war es hell, von funkelndem Glanz, alle Wesen waren gleich und wunderschön, sie strahlten zum Himmel und dieser warf ihr Licht wieder auf sie zurück. Es gab keine Unterschiede mehr auch keine Wertvorstellungen, keinen Hunger und Durst und auch die Hitze der anderen Welt war dort nicht spürbar. An ihre mächtigen Ufer krachten und peitschten die Wogen des schrecklichen Meeres, doch der duftende Boden der Insel blieb vom stinkenden Wasser der Anderswelt unberührt. Die Zeit stand für diese Insel völlig still und unverrückt harrten ihre Klippen in der Brandung.

 

 

Die wiederholte

Anwendung obiger Rezeptur

wird auch dieses Bild

für Sie sichtbar machen!

2. Bild: Die Insel

 

 

Phantasie

+ Einfallspinsel

+ mein Kopf

= dieses Bild

3. Bild: Der Besuch

Bald schon war er wieder zurück, im Gefolge den mächtigen Wächter über die Insel, den Erwachten. Von sanfter Schönheit war er, der Erwachte, seine klaren Augen strahlten Leben, sein weicher Mund sprach Frieden, bis in den letzten Winkel stand sein Körper in Gelassenheit und jede Bewegung wirkte wie wie ein Gebet.

Er sprach: „So horchet auf ihr Wesen und lasset ab von eurem Treiben. Diese Welt ist die eure nicht, hier habt ihr nichts zu suchen. Nicht abgelegt habt ihr eure unreinen Hüllen an den Pforten, nicht sehen könnt ihr deshalb die Schönheit dieser Insel. Nicht wachsen und gedeihen werden eure faulen Samen hier, gut gedüngt ist dieser Boden zwar, jedoch nicht für Hass und Neid ist er bereitet sondern für Liebe und Vertrauen. So kehret um in eure Welt der Vorurteile und der Unterschiede, dieser Ort hat nichts für euch zu bieten was eure stumpfen Wurzeln zu verstehen fähig wären.“

Sprach der Goblin: „Wahrlich, diese Insel schmeckt scheußlich für uns! Wir sehen hier kein Chaos, nichts! Keinen Kampf, kein Leid eines andern an dem wir uns erfreuen könnten. Wir würden uns hier nur langweilen aufgrund des Friedens und der Stille. Doch ist sie auch eine Bedrohung für uns`re Meere! Abgeschafft, zumindest aber gut versteckt im Verborg`nen sollte sie bleiben, damit niemand auf die Idee kommt ihr nachzueifern oder sie sogar nachzuahmen und weitere Inseln dieser Art zu gründen, einer ansteckenden Krankheit gleich. Denn krank seid ihr längst alle, ohne Hüllen, infiziert! Eure Krankheit heißt Mitgefühl und sie macht euch schwach!“

 

 

 

Phantasie

und Einfallsreichtum

führt zum schrecklichen

Bild dieser Kreaturen

4. Bild: Die Kreaturen

5. Bild: Der Erwachte

 

 

 

Göttergleich, erhaben!

So malt ihr den Erwachten!

Sprach der Erwachte:

 

„Ihr seid Sklaven eurer Welt,

doch nichts könnt ihr dafür!

Nicht gibt es hier Gesetze,

nur ein Gebot das haben wir!

Abzulegen eure Hüllen an den Pforten,

drauß`t zu lassen diesen Müll,

Dann werdet ihr erstrahlen,

in Liebe und in Mitgefühl!“

 

Sprach weiter der Erwachte: „10.000 Gesetze hat eure Welt, für 10.000 Dinge. Solange ihr nicht erkennt, daß alles eine Einheit bildet, werden eure Meere und diese Insel voneinander getrennt bleiben. So geht nun, hinfort mit euch! Verlasst diesen Ort! Jedoch könnt ihr wieder kommen, sobald ihr gelernt habt eure Hüllen an uns`ren Ufern abzulegen. Alle Wesen sind bei uns willkommen, auch ihr. Doch kommt erst dann zurück, wenn ihr die nötige Einsicht gewonnen habt um unser einziges Gebot zu verstehen und zu befolgen!“  

 

 

Male hier im Kopf

etwas Schönes,

das Schönste

das du kennst!

5. Bild: Mitgefühl

Die beiden kleinen, buckeligen Kreaturen im Gefolge der großen erschauderten und wichen zurück. Sie waren sich ihrer Sache nicht mehr sicher und begannen zu zögern. Die beiden Anführer verstanden jedoch nichts von dem, was der Erhabene ihnen mitzuteilen versuchte. „Kommt ihr dummen Diener, gehen wir bevor ihr euch noch mit dieser Krankheit ansteckt!“ sprach der Goblin. „Wir haben hier nichts mehr zu tun. Gut verstecken werden wird diese Welt vorerst vor den anderen, bis wir entschieden haben was zu tun dagegen das Beste sei.“ Dann zogen sie uferwärts hinfort. Jedoch nicht ohne noch schnell hier und da den ein oder anderen ihrer stinkenden Samen in die Erde zu pflanzen und ihn in Hast mit ihrem Urin zu begießen, aufdaß vielleicht doch noch diese für sie so abscheuliche Inselwelt von der schrecklichen Krankheit namens Mitgefühl geheilt werde, und Hass, Neid und Zweitracht künftig wie in ihrer eigenen Welt gedeihen.

Kaum war ihr Boot davongetrieben, sprach der Erhabene zu den Engeln: „Schnell ihr Engel, enfernt diese üble Saat wieder von der Erde, bevor sie Wurzeln schlagen. Nicht noch einmal dürfen wir diesen armen verblendeten Wesen Einlaß gewähren, bevor sie nicht gelernt haben unser einziges Gebot zu befolgen!“

Roman Pellegrini, geschrieben im März 2014/© Haus der Tiere - Tierschutzverein