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Warum ein Fuchskadaver schockt,

aber das Hend`l trotzdem schmeckt ...

Der von einem Jäger zurückgelassene Kadaver eines erlegten Fuchses hat im Jänner 2015 in Jenbach viele Fußgänger geschockt (siehe Bericht: Fuchskadaver schockiert Fußgänger).

 

Auf Facebook war danach unter den Kommentaren vielfach zu lesen:

 

(Facebook Kommentare:) „barbarisch, unfassbare Gräueltat, man sollte das mit dem Menschen auch machen der das verbrochen hat, nur kranke Menschen können so etwas machen, unverständlich grausam, pervers, widerwärtig, abstoßende Tat, usw ...

 

kurz: alle waren geschockt und sprachlos!

 

ABER: Dies sind nur die Bilder zu den Dingen, welche die Menschen täglich ihren Mitlebewesen antun. Sie passieren meist im Verborgenen, aber stets ganz in unserer Nähe.

 

Besonders wichtig ist dabei zu vestehen: diese Dinge sind sogar legal und werden von den meisten Menschen in unserer Gesellschaft einfach toleriert und sogar unterstützt! Meist jedoch nur aus Unwissenheit darüber, wie so etwas aussieht und was dabei genau passiert.

Rindfleisch / Schnitzel

Spanferkel / Schnitzel

Lammfleisch

Schaffleisch

Hend`l

Alltägliche Bilder einer Jagd:

Das passiert zB mit einem erlegten Fuchs

(siehe Bildergalerie rechts unten)

Der auf dem Bild abgelichtete Fuchs wurde von einem jungen Mann erlegt, einem Jungjäger. Er hatte eine Jagderlaubnis und wollte Erfahrung beim Erlegen von Füchsen sammeln. Und so lauerte er dem Fuchs im Jagdstand auf und erschoss ihn mit seinem Gewehr. Dann wurde dem Fuchs der Bauch aufgeschnitten um seine Eingeweide zu entfernen. Und schließlich hat er den Pelz des Fuchses (auch „Balg“ genannt) nach der Tötung noch „fachgerecht“ abgestreift und für die entsprechende Bearbeitung durch einen Gerber vorbereitet. Normalerweise geschieht so etwas ohne Zuschauer und niemand bemerkt etwas davon. Leider hat der Jäger aber vergessen, den Kadaver des toten Fuchses zu entfernen, wodurch zufällig vorbeikommende Passanten einen kleinen Einblick in dieses tägliche Geschehen erhielten.

 

 

 

 

Warum das Hend`l den meisten auch weiterhin schmecken wird:

 

Worin besteht der Unterschied zwischen einem Fuchs, einem Hund oder einer Katze? Der Schock war nämlich am größten, als man den Fund zuerst für eine Katze hielt. Füchse sind „Hundeartige“. Wenn man sie genau betrachtet oder sogar mit ihnen zu tun hat, bemerkt man schnell, daß eigentlich fast kein Unterschied zwischen einem Fuchs und einem Hund oder sogr einer Katze als Lebewesen besteht, sie fühlen genau gleich und sind auch gleich empfindungsfähige Wesen. Keineswegs macht dem Fuchs die Tötung weniger aus weil er ein Wildtier ist und nicht so zahm ist, wie zB ein Hund.

 

Und wenn man die Bilder der anderen toten Tiere (oben Mitte) betrachtet: worin besteht eigentlich hier der Unterschied? Auch das passiert täglich überall, aber keiner sieht es. Es passiert hinten im Schlachthof oder in einem verschlossenen Raum. Damit man im Gasthaus sein Schnitzel erhält, muß vorher jemand eine Kuh oder ein Schwein dafür töten, es ausbluten lassen, ihm den Kopf absägen, die Innereien herausholen und den blutigen Körper nach der Abstreifung des Fells mit Messer und Säge zerlegen. Auch dem kleinen süßen Lamm wird der Kopf abgeschnitten (siehe Bild) und dem kleinen lustigen Ferkel die Augen ausgestochen: Ja - natürlich! Dem allseits beliebten „Hend`l“ wird ebenfalls der Kopf abgezwickt, die Federn ausgerupft, die Füße abgeschnitten, der Bauch aufgeschlitzt.

 

Doch es wird fast von jedem akzeptiert und unterstützt. Bevor da jemand auf sein Fleisch verzichtet, ist den meisten Menschen dann doch lieber daß jemand diese Arbeit FÜR SIE erledigt, damit sie weiterhin genießen können. Anders als wilde Tiere, sind wir Menschen aber eigentlich nicht von Natur aus dazu gezwungen so zu handeln! Alternativen gäbe es sogar massenweise.

 

 

 

„Aber die Tiere im Supermarkt waren ja schon tot! Das ist ja dann ganz was anderes ...“

 

Bitte einen Cent für jedes Mal, wenn jemand dieses Argument anführt ...

 

Dieser Spruch ist nämlich äußerst kurzsichtig und zeigt, daß es den meisten Menschen sehr unangenehm ist, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Denn ab hier ist Eigeninitiative gefordert, welche aber eigentlich nur daraus bestünde, auf irgendetwas im Leben zu verzichten.

 

Und so werden statt dessen lieber Begriffe geschaffen: dann nennt man einfach alles was man gerne ißt NUTZtier, alles was man gerne jagd und erschießt WILDtier, und alle Tiere die man lieber verschont HAUStiere. Dann ist das Gewissen beruhigt und man kann sich wieder anderen Dingen widmen.

 

Die abgepackten Tiere im Supermarkt, der Fuchskadaver im Wald, das geköpfte Lamm im Schlachthof: sie alle gibt es nicht nur deshalb, weil es Menschen gibt, welche diese Tat ausführen und sogar Spaß dabei empfinden - schließlich können sie ja wie jeder Mensch ihren Beruf frei wählen und werden dazu nicht gezwungen. Aber der Hauptgrund, warum solche Dinge stattfinden ist, daß es noch viel mehr Menschen gibt, welche diese Produkte täglich kaufen und denen es egal ist, wie sie hergestellt wurden und wer dafür leiden und sterben mußte. Kein Metzger würde täglich 30 Schweine töten, wenn niemand sie mehr kaufen würde.

 

 

Märchen des „sauberen“ Tötens:

 

Geschickt wird stets behauptet, wie sauber und sanft die Schlachtung/Tötung „hier bei uns im Lande“ erfolgt. Nur in anderen Ländern ist natürlich alles schlechter. Dabei ist es eigentlich nur so, daß alles im Verborgenen vor sich geht und niemand einen ständigen Einblick in diese Geschehnisse hat. Wenn jemand drei Tage lang die Schweine vorher brav streichelt bevor er ihnen dann „ganz schnell“ einen Bolzen ins Gehirn rammt, aber am 4. Tag schlecht gelaunt zur Arbeit kommt und deshalb den Zorn an den kleinen Ferkeln auslässt, welchen er gleich für`s Spanferkelgrillen die Bäuche aufschneiden und die Augen ausstechen soll - wer wird je davon erfahren? Genauso wie es jedem einleuchtet, daß auch ein Polizist sich nicht immer genau an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält, so sollte es auch jedem klar sein, daß eine Schlachtung nie „schön“, „sanft“ oder „harmonisch“ abläuft und unvorstellbare Gräueltaten jederzeit hinter geschlossenen Türen stattfinden können - und es auch tun!

 

Täglich werden Millionen Tiere auf solche Weise hingerichtet. Und täglich werden Füchse erschossen und gehäutet. Aber nicht immer kann man Fotos davon machen und herzeigen, damit die Menschen es auch wahrnehmen!

 

 

 

Haus der Tiere 2015

 

 

Toter Fuchs vom 25. Jänner 2015

in Jenbach