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Die Oase der Wurschtigkeit

Aufgrund der ganzen Aufregung um die Preisverleihung des „Besten Freundes der Tiere“ sehe ich einen Anlaß, mich wieder auf meine Wurzeln zu besinnen. Deshalb möchte ich euch heute hiermit etwas über meine persönliche Weltansicht als Theravada-Buddhist schreiben. Dies ist für mich etwas sehr persönliches, da es meine innerste Einstellung widerspiegelt. Aber eigentlich ist es auch komplett wurscht!

 

Anlass für meine Gedanken zu diesem Thema war auch ein kurzer Fernsehausschnitt. Ich sehe selten fern, doch als ich vor ein paar Wochen zufällig meinen inzwischen uralten und verstaubten Fernseher eingeschaltet habe, kam ich in den Genuß eines einzigen Satzes des Kabarettisten Josef Hader über den Buddhismus: „Der Buddhismus is a Konzept, wo ma` glücklicher wird, weil oan mehr wuascht is!“

 

Diese witzig formulierte Trefflichkeit amüsierte mich sehr und ich schmunzelte einige Zeit vor mich hin, ehe ich mit mir selbst darüber in Gelächter ausbrach. Dieser einzige Satz hat mir wieder einmal in Erinnerung gebracht, worin ich inzwischen längst mein Lebensrezept und meine Wurzeln gefunden habe: dem Buddhismus - oder für mich inzwischen auch „Die Oase der Wurschtigkeit“!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Solange du die zehntausend Dinge mit deinem eigenen Maßstab beurteils, wirst du nie zufrieden sein. Nur wenn du die zehntausend Dinge so auf dich zukommen läßt, wie sie sind, wirst du gelassen und glücklich sein.

 

Die zehntausend Dinge, das ist die buddhistische Umschreibung für unsere Welt. Es ist eine sehr treffliche Bezeichnung. Täglich beschäftigen uns zehntausend Dinge in unserem Kopf, die eigentlich nur in unseren Gedanken existieren. Täglich geht es um zehntausend Dinge, die wir für wichtig halten und denen wir deshalb hinterher laufen, ehe sich herausstellt, daß sie zu keinem Zeitpunkt je einen realen Wert für unser Leben darstellten.

 

Wenn man nicht versteht, was Glück bedeutet, dann wird man vergeblich sein Leben lang darauf warten, daß die Welt sich für einen selbst ändert. Wenn man jedoch erkennt, daß das Glück in diesem Moment bereits beschlossen liegt, wird man verstehen, daß es an einem selbst liegt sich zu ändern und glücklich zu sein. Die Welt wird man kaum verändern können. Sich selbst zu ändern liegt da näher!

 

Viele Menschen suchen einen Partner, mit dem sie gemeinsam glücklich werden können. Ich fände es besser, wenn man sich zuerst einmal seines bereits vorhandenen Glückes bewußt wird und erst dann nach einem Partner sucht, mit dem man sein bereits vorhandenes Glück teilen kann. Denn wenn man jetzt nicht glücklich ist, wird einem der Partner auch nicht dazu verhelfen. Zufriedenheit bedeutet aufzuhören, nach ihr zu jagen. Oder wie Dostojewski einst sagte: „Alles ist gut. Der Mensch ist nur unglücklich, weil er nicht weiß daß er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort, im selben Augenblick.“

Nichts in der Welt ist wirklich von Bedeutung:

Geld zählt nichts,

deine Karriere zählt nichts,

was dir schmeckt oder nicht,

ist unbedeutend.

Nichts ist uninteressanter als das,

was die Leute interessiert.

 

Kodo Sawaki

Auf meinen täglichen Spaziergängen mit meinem Pudel Rexi studiere ich während des Gehens meine Bücher, meist philosophische oder buddhistische Schriften, oder ich praktiziere Gehmeditation. Fernab des menschlichen Geplappers und des Lärms ziehe ich mich täglich in meine Oase der Wurschtigkeit zurück. Und da kommt es manchmal sogar vor, daß ich schlecht aufgelegt einen Spaziergang beginne und am Ende als neuer Mensch glücklich und zufrieden mit einem Lächeln auf den Lippen zu meinem Ausgangspunkt zurückkehre. Und immer frage ich mich dann: wozu all das Geschrei, wozu der Lärm um all das Nichts?

 

Ich glaube, wir Menschen sollten einander einfach nur mehr zuhören anstatt immer nur versuchen unsere Meinung durchzusetzen. Wir sollten mehr Zeit damit verbringen, uns in unsere Mitmenschen und Mit-Lebewesen hineinzuversetzen um sie zu verstehen, anstatt immer nur zu plappern und zu streiten, wer da recht hat und wer nicht. Wir sollten unser Ego aufgeben, denn ich bin der Meinung, man muß man in dieser Hinsicht erst einmal sterben, um glücklich und zufrieden leben zu können!

 

Als Buddhist habe ich gelernt: Wichtig ist, nicht zu verlieren und nicht zu gewinnen. Im Sieg den Weg nicht verlieren, in der Niederlage den Weg nicht verlieren. Doch man vergisst alles andere, wenn man gewinnt, und so verliert man den Weg. Und wenn man eine Niederlage erleidet, dann verliert man ihn sowieso. Deshalb spiele ich nicht gerne Spiele. Wenn ich es mir aussuchen müßte, dann würde ich lieber verlieren. Aber eigentlich ist es besser gleich gar nicht mitzumachen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

im November 2010

Von Herzen,

Euer Roman.

Lerne loszulassen! Das ist der Schlüssel zum Glück.

 

Wenn ich meine frühere Einstellung betrachte oder Berichte über allerlei Tagesgeschehen in der Zeitung lese, die Nachrichten im Teletext oder im TV sehe oder einfach nur die Menschen um mich herum beobachte, dann erscheint es mir manchmal wie ein witziges Bühnenstück in dessen Mitte ich mich gerade befinde. Mit ernster Mine, wichtig dreinschauend und im Eilschritt umhereilend begegnen mir meine Mitmenschen wie Bühnendarsteller in einem Theaterstadl.

 

Da wird diskutiert und gestritten. Da wird geliebt und gelitten. Da ist so manch einer von seinen Leidenschaften mehr getrieben und beherrscht, als ihm bewußt oder lieb ist. Aber: so ist das Leben! Sind wir nicht alle einfach nur Menschen - oder besser gesagt LEBEWESEN aus ein und dem selben Ursprung? Sind wir alle wirklich so verschieden wie wir es selbst immer von uns meinen?

 

Da ist einer glücklich, denn er ist verliebt. Und nach einiger Zeit ist dieselbe Liebe die Ursache für sein größtes Leid. Da geht eine Frau im Kopftuch - was ist darunter: ein Mensch! Da streiten zwei Menschen sich wegen ihrer unterschiedlichen Ansichten - doch was ist schon richtig und was ist falsch? Mag irgendjemand von uns überhaupt darüber entscheiden? Hat irgendjemand von uns das Wissen oder die Weisheit gepachtet, so daß er selbst von sich behaupten könnte, er wisse alles und habe immer oder meistens recht?

 

Im Buddhismus sagt man deshalb: Was stört es uns, wenn die anderen anders denken als wir? Haben wir nicht alle unseren eigenen Sinn, und denkt nicht jeder Geist auf seine Weise? Was du für richtig hältst, halte ich für falsch. Was ich für richtig halte, hältst du für falsch. Wer hat hier die Weisheit für sich gepachtet? Kannst du dir so sicher sein, dass ich im Irrtum bin? Kann ich mir so sicher sein, dass du im Irrtum bist? Sind wir nicht beide sehr gewöhnliche Menschen?

 

Ich denke mir sehr oft: Was soll all die Aufregung wegen dieses kleinen und unbedeutenden Traumes, den wir unser Leben nennen und an welches wir uns so sehr klammern? In meinen Augen ist es schwer zu sagen, ob die Welt in der wir leben, Realität oder nur ein Traum ist. Ein Traum endet mit dem Aufwachen. Das Leben endet mit dem Tod. Doch erst durch das Aufwachen erkennen wir, daß alles nur ein Traum war. Und erst durch den Tod endet der lange Traum den wir unser Leben nennen - und ich bin überzeugt davon, daß wir auch in diesem Falle dann erst erkennen, daß alles nur ein Traum und gar nicht so wichtig war.

Das Leben meistert man lächelnd - oder gar nicht!

 

Nicht zuletzt identifiziere ich mich mehr mit der fernöstlichen Kultur, da sie das Schweigen so sehr in den Mittelpunkt stellt. Was bedeuten schon Worte. Unter den Menschen wird viel zu viel wegen Nichtigkeiten gestritten „...und bald glaubt man das Sausen und Klirren der Klingen zu hören - und bei manchen Menschen poltert eine Behauptung herab wie ein derber Knüttel.“ (Nietzsche).

 

Ich habe mir einmal eine TV Sendung namens „Frauentausch“ angeschaut. Da stritten sich Menschen darüber, ob da nun Staub in der Wohnung auf dem Boden liegt oder nicht. Ich konnte das nicht verstehen. Bei mir liegt auch Staub auf dem Boden. Aber ausgeflippt bin ich bisher deswegen noch nie ...

 

Ich schlafe täglich mit meinen sechs Katzen und meinem Pudel in meinem Bett. Und das obwohl ich genau gegen diese Tiere allergisch bin - so besagen es zumindest die ärztlichen Untersuchungen. Aber gemacht hat es mir das noch nie etwas.

Die Leute fragen mich manchmal „ist das hygienisch?“, „ist dir das nicht lästig?“, „ist das normal?“

Ich frage nur: „ist das nicht wurscht?“

 

Man muß nicht wirklich im Leben immer alles beurteilen. Manchmal ist Staub auf demBoden einfach nur Staub auf dem Boden. Und wenn man sich etwas Mühe macht, dann kann man recht schnell lernen, daß Staub auf dem Boden sogar immer nur Staub auf dem Boden ist - den Rest bildet man sich nur ein.

 

Manchmal bin ich krank. Dann werde ich wieder gesund. Eines Tages werde ich sterben. Dann bin ich tot. Mein Kater hat mir kürzlich auf meine neuen Schuhe gepinkelt. Dann habe es wieder aufgewischt. Ich lebe gern in meiner Oase der Wurschtigkeit!  

Das beste Gebet it Geduld!