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Trophäen-Jagden

und deren Ursprung in perverser Gesinnung

PERVERS (Duden): abartig, abnorm, verkehrt, unnormal, krankhaft, unnatürlich, widersinnig, widernatürlich;

 

 

„Yoku mireba

Nazuna hana saku

Kakine kana.“

 

(„Wenn ich aufmerksam schaue, seh` ich die Nazuna-Blume an der Hecke blühen.“)

 

Basho (japanischer Dichter; 1644 - 1694)

 

Wahrscheinlich kann man mit diesem Gedicht gut den Unterschied von Ost und West veranschaulich machen: Im Osten betrachten die Menschen die Wunder der Natur aufmerksam und erfreuen sich daran, daß sie leben. Im Westen hätte ein Mensch die Blume längst gepflückt, um sie genauer zu untersuchen und in seinen eigenen Händen halten zu können.

 

Dies gilt leider auch für Tiere. Es gibt Menschen, die müssen ein Tier erst abschlachten und ihm den Kopf abschneiden, um sich an seiner Schönheit erfreuen zu können. Denn wer kennt sie nicht, diese abscheulichen „Siegerfotos“, welche meist glücklich grinsende Jäger zeigen, welche sich selber schulterklopfend in Gewinnerpose über ein gerade eben ermordetes Wildtier beugen, als hätten sie soeben einen Kampf auf Leben und Tod gegen eine angreifende wilde Bestie gewonnen!? In Wahrheit haben sie natürlich nur den Auslöser ihrer High-Tech-Waffe mit ihrem Zeigefinger bedient und aus sicherer Entfernung hinterrücks einem friedlichen und ahnungslosen Tier mal eben so das Leben ausgehaucht, um zuhause damit anzugeben. Immer noch ist diese Art der Jagd auf der ganzen Welt weit verbreitet und geduldet, wahrscheinlich auch deshalb, weil sie sich der Wahrnehmung für einen Großteil der Menschen gekonnt entzieht.

 

Im Juli 2015 trat sie jedoch (wieder einmal) kurz aus ihrem Versteck hervor um der Welt ihr hässliches Gesicht zu zeigen, als ein gieriger Zahnarzt und Jäger das Wahrzeichen Simbabwes, den berühmten Löwen Cecil, illegal ermordete um sich mit ihm in der oben beschriebenen Pose lässig ablichten zu lassen (siehe Foto). Viele Menschen protestierten wegen dieser abscheulichen Tat. (siehe Vorbericht: „Mord am König der Löwen“)

 

Für die meisten Menschen bleiben solche Handlungen unerklärlich. Was nur kann einen Menschen zu solch einer Tat veranlassen und welchen Nutzen sehen diese Menschen darin für sich selbst? Nur sehr schwer kann man sich in die kranken Gehirne solcher pervertierter Jäger-Menschen versetzen. Allenfalls kann ein philosophischer Erklärungsversuch unternommen werden, warum dies überhaupt möglich ist und woran es diesen (armen) Menschen leider fehlt.

 

 

Pervertierte Gesinnung eines bösartigen Egos ohne Fähigkeit zum Mitgefühl

 

Eigentlich sollte man Menschen, welche zu solchen Dingen fähig sind, in einer eigenen Kartei als „potenziell gefährlich“ führen und auf Schritt und Tritt beobachten oder sogar mit Fußfesseln versehen. Jeder der dazu fähig ist, ein unschuldiges und friedlich lebendes Lebewesen hinterrücks „abzuknallen“, es anschließend zu köpfen und zu häuten und dabei sogar noch ein Glücksgefühl empfindet, weshalb er die Erinnerung daran auch noch durch ein Photo für immer zu konservieren versucht, indem er es sich zuhause an die Wand nagelt wie normale Menschen schöne Erinnerungen an ihre Kinder oder an gemeinsam verbrachte Urlaube in fernen Ländern; so etwas sollte prinzipiell unser Mißtrauen erregen. Ein Mensch, der keinen Bezug zu anderen Lebewesen hat, sie nur als gefühllose leere Hüllen betrachtet, welche nur für seine Unterhaltung, seinen Spaß, seinen Genuss und seinen persönlichen Gebrauch wie Gegenstände behandelt werden, der offensichtlich für andere Lebewesen kein Mitgefühl oder auch Mitleid empfinden kann sondern sich über deren sinnlosen, qualvollen, unwürdigen Tod sogar noch bis zur Extase erfreuen kann und Photos davon schießt, dürfte eigentlich unter gar keinen Umständen als anständig oder harmlos, ja nicht einmal als gesund oder normal bezeichnet werden! Er verdient mit Recht die Bezeichnung pervers! (siehe Duden, oben;)

 

Aber auch den nun aufgrund dieser Tat plötzlich überall protestierenden und entsetzten Menschen sollte man hinsichtlich dessen zu denken geben:

 

Macht es denn für die Tat wirklich einen Unterschied, ob der ermordete Löwe für uns Menschen eine Berühmtheit war? Sind solche Jagden sonst weniger schlimm, wenn dabei unbekannte Löwen ermordet, geköpft und gehäutet werden? Wäre es besser gewesen, dieser Jäger hätte 3 oder 5 oder 10 unbekannte Löwen erlegt anstatt nur diesen einen bekannten? Wieder einmal sind solche Dinge und Bezeichnungen nur für uns eitle Menschen von Bedeutung. Zumindest hat man es der Berühmtheit Cecils nun zu verdanken, daß sich in diesem Fall eine breite Öffentlichkeit für solche alltäglichen perversen Begebenheiten interessiert. Auch in Jenbach oder dem Zillertal sind uns Menschen bekannt, die regelmäßig an solchen Trophäen-Jagden in Afrika teilnehmen und scheinbar sogar Glück dabei empfinden, wenn sie unschuldige Lebewesen aus dem Leben reißen dürfen. In der Folge sollten wir Menschen uns deshalb in moralischer Hinsicht damit auseinandersetzen um zu erkennen, daß solche Handlungen, auch wenn sie häufig stattfinden, trotzdem nicht „normal“ oder einfach nur eine reine „Geschmacksache“ sind.

 

 

Eine Frage von Ethik und Moral

 

Laut Arthur Schopenhauers Preisschrift „Die Grundlage der Moral“ von 1840 kann man drei wesentliche Charakterzüge bei den Menschen unterscheiden, wobei nur einer die Grundlage für die Moral bildet und bei uns Menschen dafür verantwortlich ist, daß wir Mitgefühl für andere empfinden und ihnen helfen oder sie zumindest nicht verletzen oder absichtlich quälen:

 

1. Egoismus

Egoismus ist am weitesten verbreitet in den Gesinnungen und äußert sich darin, daß die meisten Menschen nur sich selbst die Nächsten sind. „Wenn nur ich alles habe! Das Leid der anderen nehme ich gerne dafür in Kauf!“ - so in etwa läßt sich der Grundsatz eines Egoisten definieren. Dem Egoisten geht es dabei hauptsächlich nur darum, für sich selber das Beste zu ergattern. In seinen Graden unterscheidet er sich individuell und kann sich bis zur Bosheit steigern.

 

2. Bosheit

Das Phänomen der Bosheit definiert man so: wenn jemand nur um anderen zu Schaden sogar an sich selber einen Schaden in Kauf nimmt, dann handelt er nicht mehr aus Egoismus, sondern schon aus Bosheit. Der Egoist geht nur so weit, als es ihm selber noch nützlich ist und ob andere darunter leiden ist ihm egal. Der Böse jedoch riskiert auch sein eigenes Unheil um seinen Willen durchzusetzen und anderen absichtlich zu schaden, auch wenn er selbst darunter anschließend leidet.

 

3. Mitgefühl

Worauf wir Menschen eigentlich stolz sein sollten ist unsere Fähigkeit zum Mitgefühl. Sie ist die Grundlage einer jeden möglichen Moral und jeder guten Handlung überhaupt. Nur wer sich in sein Gegenüber bzw in andere Lebewesen hineinversetzen kann, ist dazu fähig Gutes zu tun, anderen zu helfen und ihre Leiden auch als solche zu erkennen. Auch hier sind unterschiedliche Grade in den meisten Menschen vorhanden. Während der eine für alle Menschen dieser Welt Mitgefühl empfindet, kann dies ein anderer nur für seine eigenen leiblichen Kinder, Verwandte oder Freunde empfinden. Andere wiederum empfinden Mitgefühl nur für ihre eigenen Landsleute aber nicht für Ausländer bzw „Flüchtlinge“. Mitgefühl ist auch die Grundvoraussetzung dafür, wenn Menschen Hilfsorganisationen wie Tierschutzvereine mit einem Beitrag unterstützen indem sie bei ihnen Mitglied werden, während böse Menschen ohne Mitgefühl wie der oben genannte Löwen-Jäger sogar ein ganzes Vermögen dafür bezahlen, um andere Lebewesen töten zu können. Manche Menschen besitzen sogar eine sehr hohe Fähigkeit zum Mitgefühl und erkennen deshalb sehr deutlich, daß alle Lebewesen dieser Welt den selben Ursprung haben, Teil dieser Welt sind und ebenso wie wir leben und nicht leiden oder sterben möchten. Auch der Begriff der „Gerechtigkeit“ kann erst dann gedeihen, wenn zuerst ausreichend Mitgefühl vorhanden ist.

 

 

„Man muß wirklich an allen Sinnen blind seyn, um nicht zu erkennen, daß das Wesentliche und Hauptsächliche im Thiere und im Menschen das Selbe ist. So einem occidentalischen judaisirten Tierverächter und Vernunftidolater muß man in Erinnerung bringen, daß, wie Er von seiner Mutter, so auch der Hund von der seinigen gesäugt worden ist.“

 

Arthur Schopenhauer; Grundlage der Moral, 1840

 

 

 

Solche Trophäenjagden sind leider kein Ausnahmefall - es wird Zeit für eine Veränderung!

 

Und wieder einmal laufen nun die Menschen hier in Österreich und Deutschland Gefahr zu glauben, daß hier „nur ein amerikanischer Barbar in Afrika“, alles also fern von unserem Zuhause, am Werke war und „hier bei uns“ die moralischen Gutmenschen zuhause sind, welche sich alle gemeinsam über solche Ereignisse empören - das ist jedoch leider sehr falsch gedacht! ÜBERALL findet man solche leidenschaftlichen Großwildjäger, welche sich gerne an solchen Jagden beteiligen und ebenfalls in Siegerpose an den Photos von den Wänden ihrer Wohnungen herablachen. Auch das Märchen vom „Jäger mit edler Gesinnung“, der sich zu unser aller Wohl dafür aufopfert und im Wald nur für Ordnung sorgt, indem er nur die ohnehin schon kranken Tierchen „erlegt“, sollte langsam in Vergessenheit geraten; es taugt für diese Menschen höchstens noch dazu die eigene kleine Enkeltochter zu beruhigen, damit sie keine Albräume bekommt, wenn sie erfährt was der Opa da in Wahrheit mit Bambi und Co. so alles anstellt wenn er mit ihnen im Wald unterwegs ist.

 

Die Menschheit sollte sich endlich eingestehen, das die Jagd, in welcher Form auch immer, in absehbarer Zukunft endlich der Vergangenheit angehören sollte.  Egal ob ein Tier geschützt ist oder nicht, ein Jäger findet immer einen Grund eine Ausnahme zu erwirken und es trotzdem kaltblütig zu ermorden. Zum Beginn einer möglichen Abkehr dieser Barbarei sollten jedoch vor allem diese perversen Trophäen-Jagden abgeschafft werden - sie passen absolut nicht mehr in unser Zeitalter und auch dieses dunkle Kapitel über die Menschheit und was sie an ihren Mitgeschöpfen schon alles verbrochen hat, sollte endlich der Vergangenheit angehören!  

 

Roman Pellegrini; Haus der Tiere - Tierschutzverein 2015