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Geiz ist NICHT geil!

 

 

Ein sehr häufig zu beobachtendes Phänomen bei den Menschen ist leider die überall präsente Gier nach materiellen Dingen und der sich im Schlepptau der Gier befindliche Geiz. Wir könnten hier an dieser Stelle wirklich unzählige Beispiele aus unserer jahrelangen Erfahrung im Tierschutz auflisten, wo Menschen aus Angst vor Kosten in Höhe von minimalen Eurobeträgen lieber ihre Tiere armselig leiden und verrecken ließen.

 

Dabei geht es zum Teil um so lächerliche Kleinbeträge, daß man sich wirklich denken könnte, der Slogan „Geiz ist geil“ ist inzwischen nicht nur die Werbekampagne einer Marktkette, sondern repräsentiert wirklich die Einstellung der Menschen.

 

Um zu verdeutlichen was genau wir damit meinen, sollten diese Beispiele dienen:

 

Einmal wurden wir von einer Frau kontaktiert, welche uns von einer Katze erzählte, die sich machmal bei ihr aufhält und welche sie füttert. Diese Katze gehöre aber nicht ihr sondern jemand anderem, einem benachbarten Mann. Diese Katze sei erst 6 Jahre alt und habe aber fast keine Haare mehr, da sie wahrscheinlich von irgendwelchen Milben befallen sei. Doch: keinen kümmert das wirklich, denn schließlich ist Geiz ja geil und bevor sich nun jemand ernsthaft um die Gesundheit der Katze kümmert, beläßt man sie halt einfach so in diesem Zustand. Der Besitzer der Katze gibt für so etwas nach eigener Aussage keinen einzigen Euro aus! Und so kontaktierte man halt uns - obwohl wir ebenfalls Privatpersonen sind die für unser Geld arbeiten gehen müssen und wir kein Verein sind - und hofft, daß wir mit der Katze zum Tierarzt fahren und für die Kosten aufkommen. Dafür gibt`s dann aus Erfahrung meist nicht einmal ein Dankeschön. Hauptsache es hat nichts gekostet!

 

Der Kater „Peterle“ wurde vor Jahren zu uns gebracht. Jemand hatte ihn durch Mäharbeiten an der Pfote verletzt, ihn anschließend aufgefunden und zum Tierarzt gebracht. Aber bezahlen wollte man nichts für die Behandlung! Und der Tierarzt wollte es natürlich auch nicht gratis machen. Und so ließ man den armen Peterle einfach mit verletzter Pfote wieder laufen, bis er von anderen Menschen schließlich erneut zu einem Tierarzt gebracht wurde. Da sich das Bein inzwischen so stark entzündet hatte, konnte man Peterle nur mehr retten, indem man ihm sein gesamtes Vorderbeinchen amputierte. Für die Kosten wollte wieder keiner aufkommen - doch dieser Tierarzt (dieses Mal ein anderer) machte es schließlich gratis, da er das arme Tier nicht leiden lassen wollte. Anschließend landete Peterle bei uns.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Peterle

 

Als jemand zwei Kaninchen in einer kleinen Steige hielt, kämpften diese und das Stärkere verletzte das Schwächere am ganzen Körper durch Bisswunden schwer. Viele blutende Stellen überzogen das Fell und ein Hinterbeinchen schwoll an und entzündete sich schwer. Doch bevor man den Tierarzt wegen so etwas aufsucht, läßt man im traurigen Normalfall das Tier lieber langsam verrecken, „es merkt eh keiner“, denken sich diese grausamen Menschen. In diesem Fall aber brachte man es einfach zu unserer Doris - soll die sich doch darum kümmern und dafür bezahlen!

 

Auch schon sehr oft haben Menschen bei uns Tiere abgeholt welche wir an sie weitervermittelt haben. Freiwillige Spenden gab es dafür noch nie. Im Gegenteil! Meist haben wir diese Tiere gesundgepflegt und sie oft sogar kastrieren, chipen, entwurmen oder sonst irgendwie behandeln lassen und auch freiwillig dafür bezahlt. Und schon öfters war es dann der Fall daß der der neue Besitzer diesen Tieren dann zwar ein Zuhause bieten und sie mitnehmen wollte, aber gerade zufällig kein Geld dabei hatte um sich zumindest (wie eigentlich üblich) an einem Teil der bisher entstandenen Kosten für das Tier zu beteiligen - danach sehen wir viele dieser Menschen meist nie wieder. Sie haben bekommen was sie wollten und das gratis bzw ohne Kosten! Sie denken sich insgeheim wohl auch nur: Geiz ist geil!

 

Auf einem Bauernhof ist eine trächtige Hündin in eine offene Jauchengrube gestürzt. Als sie diese aus eigener Kraft wieder verlassen konnte war sie stark verletzt und so geschwächt, daß sie nicht mehr richtig gehen konnte. Daß die Jungen im Inneren ihres Bauches noch am Leben waren, war eher unwahrscheinlich. Doch ein Tierarzt kostet Geld und so ließ der reiche Großbauer sie einfach leiden. Das Geld investierte er lieber in seinen Mercedes, in Tabak, Alkohol und Spielautomaten. Für den Hund war ihm jeder Euro zuviel! Die Hündin hat ihm ihr Leben lang viele Junge geboren, welche er für Geld verkaufte und daran verdiente. Aber als sie seine Hilfe brauchte, war sie ihm keinen einzigen Euro wert! Schließlich mußte sich der Amtstierarzt um das arme Tier kümmern.

 

Eine Frau wollte unbedingt für mehrere unserer Kleinvögel sorgen und ihnen einen Platz bieten bzw sie mitnehmen. Sie wollte dafür aber nichts bezahlen. Wir sollten doch froh sein, daß es den Vögeln bei ihr gut geht, meinte sie. Wir gaben nach und überließen sie ihr gratis, da wir der Meinung waren, ihnen wird dort ein guter Platz geboten. Schon nach wenigen Tagen hat uns die Frau wieder besucht und erzählt, daß ihr alle unsere Vögel aus versehen davongeflogen seien! Diese Vögel waren somit nun spätestens bei Wintereinbruch zum Tode verurteilt, wenn sie überhaupt so lange überleben konnten. Aber das werde ihr nicht noch einmal passieren, meinte sie, denn sie hatte sich sofort neue Vögel in einer Tierhandlung besorgt, für welche sie dieses Mal aber bezahlen mußte! Tja, was nichts kostet ist für die viele leider auch nichts wert ...

 

Genau so auch als eine dreißigjährige Frau mit ihren zwei Kindern zu uns kam um für sie zwei Zwergkaninchen zu besorgen. Als wir die beiden Kinder dann zufällig einmal wieder getroffen haben und sie nach dem Wohlergehen der beiden süßen Kaninchen befragt haben, antworteten sie: „Die sind verhungert weil wir sie nie gefüttert haben und die Mama hat gesagt daß sie das nichts angeht und sie das nicht für uns machen will weil ja schließlich wir die Kaninchen haben wollten und nicht sie ....“

 

Im Sommer 2012 hatten wir junge Kätzchen zu vergeben. Pro Katze verlangten wir eine Spende von 10 Euro für unser Tierheim. Ohne zumindest einen geringen Teil des Aufwands für die Tiere abzudecken kann so ein Tierheim nämlich keinesfalls auf Dauer aufrecht erhalten werden. Ein junger Mann interessierte sich für eine der Katzen und argumentierte am Telefon folgendermaßen: er würde die Katze netterweise „selbst abholen“ (als ob wir sonst die Zeit hätten die Tiere auch noch an die neuen Plätze auszuliefern) und dafür möchte er die Katze gratis haben. Als Doris erklärte, daß eine Spende von 10 Euro für ein neues Haustier nicht gerade viel verlangt sei und dem angehenden Tierbesitzer klar machte, daß auch in Zukunft noch andere Kosten mit der Katze wie Tierartzkosten und Futterkosten verbunden seien, wurde er wütend und legte auf. Anschließend folgte eine SMS mit dem Inhalt, wir sollten uns unsere Katze „in den Arsch schieben“.

 

Solche Geschichten gibt es leider täglich in Hülle und Fülle und ständig können wir solch ein Verhalten beobachten. Jeder wirft sein Geld für die wertlosesten Dinge und für egoistische Selbstzwecke aus dem Fenster. Jeder Rausch im Wirtshaus ist locker 50 Euro oder mehr wert, auch wenn man am nächsten Tag auch noch gesundheitlich dafür büßen muß. Aber um einem leidenden Tier zu helfen, ist jeder einzelne Euro schon zuviel und man nimmt es lieber in Kauf, daß ein Tier Qualen leidet oder stirbt, anstatt auch nur einen einzigen Tag lang auf etwas zu verzichten - und sei es noch so wertlos, unnötig oder vollkommen sinnlos wie es die meinsten Dinge sind, mit denen sich die Menschen so beschäftigen! Und das in einer Zeit und an einem Ort, an welchem jeder im Überfluß lebt und solche Zustände längst der Vergangenheit angehören sollten. Aber für die meisten sind es ja „nur“ Tiere und niemandem wird es je auffallen wenn man mit den 20 Euro die man sich dadurch gespart hat indem man ein anderes Lebewesen einfach leiden und armselig krepieren ließ, sich lieber etwas egoistisches gönnt. Denn zum Glück können Tiere ja nicht sprechen, also wird es niemandem je auffallen oder abgehen. Hier erkennt man leider immer sehr deutlich die niederträchtige Natur, die in den meisten Menschen innewohnt und welche zum Vorschein kommt, sobald sie sich unbeobachtet fühlen.

 

 

Shame on us, doomed from the start

may god have mercy on our dirty little hearts!

 

Shame on us, for all we have done,

and all we ever were, just zeros and ones!

 

(Trent Reznor (NIN) - Zero Sum)

 

 

Haus der Tiere 2011