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„Es ist KALBLIZEIT!“

Immer wieder finden sich in unseren Zeitungen als Bericht verpackte Werbungen für Fleisch, welche uns in schmackhaft blumigen Worten die gröbsten Greueltaten als genussvollen Event präsentieren möchten. Zum Beispiel wurde im Frühjahr 2013 in einem solchen „Bericht“ bzw einer Werbung mit dem Titel „Frühlingszeit ist Kalblizeit“ vom Fleisch junger Kälber in höchsten Tönen geschwärmt.

 

In solchen Texten wird sinngemäß in etwa wie folgt geschildert:

„Die meisten Kühe verbringen in Tirol den Sommer auf der Alm und bringen im Herbst ihren Nachwuchs zur Welt. Daraus resultiert im Frühling das große Angebot an Kalbsfleisch. Das Fleisch ist leicht verdaulich, zart und begeistert jeden mit seinem Geschmack. Kalbsfleisch ist die Spitze der Fleischqualität. Das  Kalb wächst auf Tiroler Bauernhöfen artgerecht auf. Die rosa Farbe des Fleisches zeugt von einem besonders hohen Eisengehalt. Die Fleischproduzenten nehmen an Umweltprogrammen teil und unterliegen strengen Kontrollen. Das Kalbsfleisch (auch bezeichnet als „Kalbli“) ist ein Qualitätsprodukt, hergestellt im Einklang mit der Natur. Für die gute Qualität werden die jungen Kälber mit Mutterkuhmilch gefüttert und haben viel Freilauf.“

(ANM.: Der Zeitungstext wurde aus rechtlichen Gründen leicht abgeändert!)

Und gleich daneben wirbt man auf idyllischen Bildern, welche meist eine Landschaft, eine Berghütte oder eine Alm in den Bergen zeigen, mit Gütesiegeln und Aufschriften wie „Qualität“ oder damit, daß das Fleisch „hier bei uns im Lande GEWACHSEN sei. Nur Bilder von Tieren findet man darauf so gut wie nie, damit nur ja kein Mitleid bei den für dumm verkauften Konsumenten geweckt wird, frei nach dem Motto: „Intelligente Werbung für dumme Konsumenten.“

 

So einfach werden Menschen durch Werbung gefügig gemacht und scheinbar niemandem fällt dabei die hintergründige Grausamkeit solcher Schilderungen überhaupt auf. Das hier angepriesene „Kalbli“ ist - um es gerade heraus zu sagen - eigentlich ja eine Baby-Kuh, wenige Monate alt und erst vor kurzem frisch und munter in diese Welt geboren. Lebensfroh tollen diese unschuldigen jungen Dinger auf unseren Weiden herum und haben Spaß an ihrem Leben. Bis dann wir Menschen dem ein jähes Ende bereiten. Wir schlachten das „Kalbli“ täglich in extremen Massen ab, nur um zu unserem Genuß zu kommen. Doch lebensnotwendig ist der „Genuß“ von Kalbsfleisch oder dem Fleisch anderer Baby-Tiere wohl kaum.

 

„Ja und? Ist doch egal. Sind ja nur Tiere. Die kriegen eh nichts mit. Außerdem hat es das schon immer gegeben.“ lauten im allgemeinen die Rechtfertigungen für diese Greuel. Und da ja niemand daran interessiert ist, sich mit diesen Tieren in der Zeit in der sie leben näher zu beschäftigen, kommt auch niemand lange und eng genug mit ihnen in Berührung um Mitleid für sie zu empfinden wenn man sich in ihre Lage versetzt. Denn was wir nicht kennen, tut uns auch nicht leid. Vielleicht erledigen deshalb wenige Menschen den grausamsten Teil für die große Masse, da es dafür besonders kalte und rohe Seelen braucht.

 

Und so sterben jährlich alleine bei uns in Österreich und Deutschland beinahe 3 MILLIARDEN Tiere alleine in unseren deutschsprachigen Schlachthöfen. Es ist für uns absolut normal, daß wir blutverschmierte Tierkörper in Frischhalteschalen in den Regalen unserer Supermärkte sehen. Wie sähen wohl Menschenkörper in solchen Schalen aus? Könnten wir uns bei ihrem Anblick vielleicht besser in die Lage dieser Tiere versetzen?

 

Ohne Betäubung werden täglich Rindern die Hörner abgesägt, Küken die Flügel und Schnäbel gekürzt, Ferkeln die Eckzähne abgebrochen und die Schwänze abgeschnitten. Ohne jegliche Schmerzmittel werden Schweine und Rinder kastriert. Das Leben der meisten Tiere besteht aus Eingepferchtsein in dunklen Ställen, ohne die Möglichkeit, sich ein paar Schritte zu bewegen. Im Schlachthof angekommen werden sie meist bei vollem Bewusstsein ans Fließband gehängt oder ins Brühbad geworfen. Die Werbung will den Menschen auch immer weis machen, daß diese Tiere ein „glückliches Leben“ hatten und besonders „sanft“ geschlachtet wurden und rein gar nichts dabei spührten. Aufschriften wie „Qualität, gewachsen und veredelt in Österreich“ suggerieren den Menschen ein falsches Bild von Idylle und Sauberkeit.

Alles verläuft scheinbar sauber und problemlos, als ob dies eine Rechtfertigung für das Töten und Morden wäre. Und auch den wenigen Tiere, die wir noch auf unseren ländlichen Weiden beobachten können, steht letztendlich das gleiche Schicksal bevor und nur weil sie in den wenigen Monaten „Freilauf“ hatten, rechtfertigt dies noch lange nicht unsere grausame Ausbeutung ihres Lebens.

 

Daß wir sogar die Jungtiere, also „die Babies“ dieser Lebewesen, ebenfalls gezielt so behandeln, sie züchten und zur Welt kommen lassen um sie nach kurzer Zeit zu töten und für unseren Genuß auszubeuten, ist in Wirklichkeit die Spitze der Grausamkeit - und nicht „die Spitze des Fleischgenußes“ so wie es 2013 in einer regionalen Tiroler Zeitung in einer Werbung für Kalbsfleisch zu lesen war!

 

Daß sich beim Lesen solcher Berichte über die Anpreisung von jungen Tieren als „kulinarischen Genuß“ niemand mehr etwas denkt liegt genauso wie bei den blutverschmierten Tieren in ihren Frischhalteschalen daran, daß wir es so gewohnt sind und wir Menschen einfach nicht mehr fähig sind, uns in die Lage anderer Lebewesen zu versetzen.

Peta-Aktion: Versetzen Sie sich in die Lage der Tiere

Werbung für Kalbsfleisch

R.P. Mai 2013

Lesen Sie hierzu bitte auch unseren Beitrag

„Planet Ignorance 2000“,

welcher Teil dieses Beitrags ist.